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Gewürztraminer

Der Gewürztraminer, unter anderem auch als Roter Traminer bekannt, ist eine Weißweinsorte, die aller Wahrscheinlichkeit nach ihren Ursprung in Südosteuropa hat. Seinen Namen hat der Gewürztraminer vom Südtiroler Ort Tramin. Im Weinanbaugebiet Baden wird er offiziell auch als Clevner bezeichnet.
Der Gewürztraminer zählt zu den ältesten Rebsorten überhaupt. Nachgewiesen ist, dass die Weinsorte bereits im 18. Jahrhundert über verschiedene Züchtungsvarianten kultiviert wurde. In der Regel wurde der Traminer gemeinsam mit dem Riesling und einer ertragreichen Rebsorte angepflanzt – doch bereits früher konnte er keine großen Rebflächen für sich gewinnen, da stets Unsicherheit über die damit zu erzielende Erträge bestand.
In Deutschland besitzt der Gewürztraminer nur weniger als ein Prozent der gesamten Weinanbaufläche – in Zahlen etwa 830 Hektar. Zwar wird die Rebsorte immer wieder dort neu angebaut, wo Rodungen erforderlich sind – ein Zuwachs der Anbaufläche konnte jedoch in den vergangenen Jahrzehnten nicht verzeichnet werden.
Die größte Anbaufläche für Gewürztraminer ist in Deutschland in der Pfalz zu finden, gefolgt von Baden und Rheinhessen. Im Bundesland Sachsen gehört der Gewürztraminer zu den beliebten regionalen Spezialitäten. Außerhalb Deutschlands wird Gewürztraminer zudem in Südtirol und im Elsass, in Australien und Kalifornien angebaut.
Die Weinsorte hat einen kleinen, aber treuen Liebhaberkreis. Dies beweist auch die hohe Beteiligung und das Interesse an Wettbewerben, die die besten Traminerweine küren.
Die Erträge aus dem Gewürztraminer-Anbau fallen oftmals nur gering aus – die Traubenmenge ist allerdings von Jahr zu Jahr verschieden. Die niedrigen Erträge sind auf die Verrieselungsneigung der Rebsorte zurückzuführen – sind allerdings auch ein Zeichen dafür, dass der Gewürztraminer damit zu den hochwertigsten Rebsorten auf dem deutschen Markt gehört.
Aus der hochklassigen Rebsorte lassen sich feine Qualitätsweine erzeugen, die – abhängig vom Boden und dem Ertrag des Jahrgangs – unterschiedlich elegant oder schwer ausfallen können. Zum Teil besitzen Gewürztraminer einen relativ hohen Alkoholgehalt, allein Traminern liegt eine milde Säure zugrunde.
In der Regel zeichnet sich der typische Gewürztraminer durch eine goldgelbe Farbe aus sowie durch einen charakteristischen Duft, der an Rosen, manchmal aber auch an Akazienblüten, an Veilchen, an Honig oder Marzipan erinnert. Die edelsüßen Weine sind auch für eine langjährige Aufbewahrung bestens geeignet.
Der Gewürztraminer besticht durch seinen herben und fruchtigen Geschmack und sein aromatisch-würziges Bukett. Er eignet sich als trockene bis halbtrockene Auslese besonders gut zu würzigen Geflügelgerichten und anderen aromatischen Speisen. Als edelsüßer Wein ist der Gewürztraminer zudem ein ausgezeichneter Aperitif – zudem kommt er so auch als wertvolle Zutat in Desserts zum Einsatz. Auch zu Käseplatten, beispielsweise mit pikanten Sorten wie Blauschimmelkäse oder Munsterkäse kommt der Gewürztraminer hervorragend zur Geltung.