Deutscher Wein
Deutsche Weine sind heutzutage wieder stark gefragt. Während die deutschen Weißweine schon längere Zeit auch über die Grenzen Deutschlands hinaus in der Gunst der Verbraucher lagen, so erfreuen sich auch die deutschen Rotweine immer größer werdender Beliebtheit.
Insgesamt sind es rund 140 Rebsorten, die auf deutschem Boden angebaut werden. Mehr als 100 davon werden zu Weißwein, 35 zu Rotwein verarbeitet.
Noch nie gab es so viele deutsche Qualitätsweine wie heute. Dies ist nicht zuletzt auch auf das Know-how der Winzer zurückzuführen, die ihre Weine unter besten Bedingungen herstellen – und auch auf Spritzmittel so gut wie nur möglich verzichten.
Vor allem die verschiedenen Bodenarten in Deutschland sowie das vielfältige Klima tragen dazu bei, dass deutsche Weine sehr unterschiedlich im Geschmack sind, und jede Sorte für sich einzigartig ist. Die Trauben reifen hierzulande länger als in südlicheren Gefilden, da das Klima milder ist. Dadurch können sie mehr Geschmacksstoffe entwickeln und ein besonderes Aroma sowie eine hohe Qualität gewährleisten.
Im Gegensatz zu anderen Ländern wird die Qualität hierzulande auch amtlich geprüft. Die Normen für einen Wein sind seit dem Jahr 1971 offiziell festgelegt. Nur wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind, darf der Wein als Qualitätswein b.A. (bestimmter Anbaugebiete) oder als Qualitätswein mit Prädikat eingestuft werden. Der Wein erhält dann eine amtliche Prüfungsnummer, die auf dem Flaschenetikett zu finden ist. Darüber hinaus müssen Weine, die mit dem Deutschen Güteband Wein der DLG ausgezeichnet werden sollen, weitere Qualitätsmerkmale erfüllen. Sie erhalten nach erfolgreicher Prüfung eine DLG-Kontrollnummer.
Im Allgemeinen werden in Deutschland laut Weingesetz vier Güteklassen bei Weinen unterschieden – der Prädikatswein, gefolgt vom Qualitätswein b.A., der Landwein und der Tafelwein. In welche Güteklasse ein Wein eingeordnet wird, hängt ausschließlich vom Extraktgehalt des Mostes ab (gemessen in „Grad Oechsle“).
Rund 80.000 Winzer bauen deutsche Weine auf über 102.000 Hektar Land an – und ernten jährlich rund 9,5 Millionen Hektoliter. Der Großteil der deutschen Weine wird hierzulande vertrieben – ein Fünftel jedoch wird ins Ausland exportiert, insbesondere nach Großbritannien, in die USA sowie in die Niederlande.
Die meisten Weinanbaugebiete befinden sich in Rheinland-Pfalz – rund zwei Drittel aller deutschen Anbauflächen sind hier zu finden.
Insgesamt besitzt der Weinbau in Deutschland eine lange Tradition. Vor über 2.000 Jahren wurde bereits der erste Wein angebaut – und Karl der Große beschloss im 8. Jahrhundert, dass dem Weinanbau, der Herstellung und dem Verkauf des Weins gesetzliche Regelungen zu Grunde liegen sollten.
Ob aromatisch-frischer Spätburgunder, samtiger Trollinger-Lemberger oder trockener Dornfelder – deutsche Weine bieten durch ihre Vielfalt für jeden die richtige Sorte. Gerade der Reichtum an unterschiedlichen Weinen mit hohen Qualitätsansprüchen ist es, der Deutschland als Weinanbauland auszeichnet.