Deutscher Rotwein
Lange Zeit war Deutschland insbesondere für seine Weißweine bekannt. Doch seit den 80-er Jahren erfreuen sich auch die deutschen Rotweine immer größerer Beliebtheit – nicht nur hierzulande, sondern auch auf internationalem Boden. Während deutscher Rotwein früher lediglich als netter Vesperwein galt, so gilt er heute als Wein mit Klasse, der durchaus mit namhaften Rotweinen aus Frankreich und Italien mithalten kann.
Die meisten Anbaugebiete für Rotwein liegen in den größten Weinregionen Deutschlands – in Rheinhessen und der Pfalz. Doch auch Baden-Württemberg verfügt über zahlreiche Rotwein-Anbauflächen.
Unter den deutschen Rotweinen besitzt der Spätburgunder die größte Bedeutung. Die beliebte Rotweinsorte wird gerne auch als Königin der Rotweine bezeichnet. Im Ausland ist der Spätburgunder unter dem Namen Pinot Noir zu finden.
Während Spätburgunder in Deutschland früher eher als süßlicher Wein mit schwacher Farbe zum Tragen kam, so gibt es heute zahlreiche farb- und körperreiche sowie durchaus gehaltvolle Spätburgunder, die dem französischen Pendant aus Burgund in nichts nachstehen. Der Spätburgunder zeichnet sich durch seinen geringen Gehalt an Gerbstoffen, seiner Finesse sowie seinem aromatischen Duft aus Süßkirschen und Himbeeren aus.
Nahezu ebenso wichtig wie der Spätburgunder ist auch der Dornfelder. Dessen Anbaufläche konnte hierzulande von 1955 bis heute um etwa das 13-fache ansteigen. Immer häufiger wird der Dornfelder sortenrein angebaut, und ist mittlerweile in verschiedenen Qualitätsstufen in den Läden. Er gilt als sehr harmonischer Wein, der insbesondere in Rheinhessen und der Pfalz kultiviert wird.
Ein weiterer beliebter deutscher Rotwein ist der Trollinger, der insbesondere in Württemberg vorrangig angebaut wird. Er gilt sozusagen als schwäbisches Nationalgetränk, und ist das Aushängeschild der bodenständigen, württembergischen Weinkultur.
Der Trollinger gilt als frischer Rotwein, der häufiger als Trollinger mit Lemberger abgefüllt wird. Er erfordert keine langen Lagerzeiten und kann bereits innerhalb eines Jahres getrunken werden.
Längst haben deutsche Winzer bewiesen, dass ihre Rotweine mit den Weinen Frankreichs, Italiens und anderen Weinländern durchaus mithalten können. Die Qualität deutscher Rotweine ist erstklassig – und durch die unterschiedlichen Bodenarten und Klimaregionen wird hierzulande eine große Sortenvielfalt geboten, die für jeden Weinliebhaber das richtige bereithält. Kein Wunder also, dass die heimischen Rotweine sich nicht nur im Inland immer zunehmender Beliebtheit erfreuen, sondern auch bei internationalen Kritikern und Weinkennern auf Anerkennung stoßen.